Die Hoffnung auf „echte“ Ergometer-Wettkämpfe war im Herbst zunächst groß. Dann aber folgte eine Absage auf die andere, und weder Deggendorf noch Berlin oder Düsseldorf waren eine Reise wert. Aber zum Glück habe ich die neu gegründete „Ruderei“ mit ihrem Alster Ergo-Cup gerade noch rechtzeitig entdeckt. Also doch weder Winterschlaf noch Corona-Blues, sondern rauf auf’s Ergo – und das von November 21 bis Februar 22 in virtueller Gemeinschaft mit über 90 anderen Ergo-Ruderern aus Hamburg und dem ganzen Land!

Jedes Wochenende hatten wir von Freitag bis Montag Zeit, die dafür vorgegebene Disziplin (Distanz oder Zeit) zu absolvieren und das Ergebnis mit dem Beweis-Selfie auf der Webseite der Ruderei hochzuladen. Dienstag nachmittag wurden die immer mit Spannung erwarteten Ergebnisse veröffentlicht. Dabei kam ein besonderes, interessantes Wertungsschema zum Einsatz. Die erzielte Zeit oder Strecke wurde zu den Concept2-Weltrekorden der jeweiligen Altersklasse in Bezug gesetzt. So stand neben der absoluten Leistung ein Prozentsatz, der die Abweichung von der Bestzeit angab. Der kleinste Prozentsatz gehörte dem Sieger, alle anderen folgten in aufsteigender Reihenfolge. So entstand das Tagesergebnis, bunt gemischt aus älter und jünger, weiblich oder männlich. Der letzte hat dann 6 Punkte für die Gesamtwertung bekommen, der vorletzte 7 usw. bis zum Sieger. Je mehr Teilnehmer am Start waren, desto mehr Punkte gab es dabei für die vorderen Plätze.

Beim Alster Ergo-Cup kommen alle auf ihre Kosten, denn er setzt auf Vielseitigkeit. Die Sprinter können sich über 500, 1000 und 2000 m profilieren, die Mittelstreckler haben die Nase über 6 km und 30 Minuten vorne, während die „Ausdauer-Diesel“, zu denen ich eindeutig zähle, über 10 km, 60 Minuten und beim Halbmarathon kräftig punkten. So konnte ich mich nach dem Einstieg auf Platz 31 über die Zeit bis auf Platz 12 in der Gesamtwertung vorarbeiten, war auf den 3 Langstrecken sogar die beste meiner Altersklasse und habe mir damit den 2. Platz in meiner mit 14 Teilnehmerinnen größten Klasse gesichert. Leider gab es „nur“ eine Urkunde per Mail und keine Siegerehrung, und leider kenne ich jetzt zwar viele Namen, aber keine Gesichter dazu. Aber eines ist klar: Wenn es den Alster Ergo-Cup noch nicht gäbe, müsste er erfunden werden. Und im nächsten Winter bin ich sicher wieder dabei. Vielleicht geht dann ja auch endlich wieder was in „echt“ in den Ergo-Tempeln des Landes. 

Marion Engel 

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